CA's Publications

E.D. Frolov

Die Skythen in Athen


Hyperboreus. Studia classica, Vol.6, Fasc.1, Petropoli, 2000, S.3-30.


Einer der wichtigsten Züge der antiken Zivilisation waren neben der bürgerlichen Ordnung der eigenen Gesellschaft und Sklaverei der Fremden intensive Wechselbeziehungen mit der Außenwelt, mit der barbarischen Peripherie. Selbst die Herausbildung der klassischen Zivilisation städtischer Bürgergemeinden geschah zuerst in Griechenland in der archaischen Zeit (8. bis 6. Jh. v.Chr.) in bedeutendem Maße dank dieser Peripherie. Im Rahmen der sogenannten Großen Kolonisation vermochten die Griechen durch die Auswanderung der eigenen überflüssigen Bevölkerung in die Tochtersiedlungen eines der schwierigsten sozialökonomischen Probleme zu lösen, die durch die allgemeine Disproportion zwischen der immer zunehmenden Bevölkerung und dem Bestand an bebaubarem Land hervorgerufen wurde; überdies wirkte sich noch die ungleichmäßige Verteilung des Eigentums aus. Gleichzeitig mit diesem kolonialen Vordringen brachten sie durch direkte Aneignung bzw. durch ungleichwertigen Umtausch die nötigen Lebensmittel und Rohmaterialien in ihre Städte sowie billige Arbeitskräfte, nämlich die Sklaven. Man kann sagen, daß die antike Welt dank der ganz skrupellosen Ausbeutung der barbarischen Peripherie heranwuchs und auch weiter entwickelte.

Immerhin sollte diese in ihrem Kern richtige These auch eine weitere Auffassung der Beziehungen zwischen der Antike und der Barbarenwelt nicht ausschließen, und zwar als eine Art Wechselwirkung, bei der die Barbaren nicht nur als Objekt der Ausbeutung, sondern auch - in gewissen Grenzen - als Kontrahent, der seinerseits Interesse an der griechisch-römischen Welt zeigte, sich einige Elemente der antiken Kultur zu Eigen machte und - noch mehr - in das System dieser Welt eindrang und sogar einige ihre Seiten beeinflußte.

Dabei handelte es sich nicht nur um solche nach ihrer Art hochzivilisierten Völker wie die Ägypter, Phönikier oder Hebräer im Osten und die Kelten im Westen, sondern auch um die weiter entfernten und primitiveren Skythen. Mit den letzteren verband meist die Antike die Vorstellungen von der am meisten barbarischen Lebensweise (vgl. die weit verbreitete Meinung - etwa locus communis - von der besonderen Trinksucht bei den Skythen), der praktisch fehlenden sozialen, politischen und intellektuellen Kultur und der entsprechenden Grausamkeit und Unbändigkeit im Kampf. Immerhin wußte die Antike über mehr oder weniger erfolgreiche Versuche, zumindest einzelne Vertreter des skythischen Adels an die Kultur und die Lebensweise der Hellenen heranzuführen, z.B. der halblegendäre Anacharsis im 6. Jh., der ganz historische Skyles im 5. Jh. und die gut bekannten Gründer des Skythischen Staates auf der Krim im 2. Jh. v.Chr. Skilouros und Palakos.

Besonders interessant sind in dieser Hinsicht die Wechselbeziehungen zwischen den Skythen und dem anerkannten Zentrum des politischen und kulturellen Lebens der Griechen - Athen. Dabei denken wir nicht nur an die äußere Geschichte, denn wir wissen praktisch nichts von den Beziehungen zwischen Athen und Skythien auf staatlicher Ebene und insbesondere von den Versuchen einer direkten Invasion der skythischen Länder, sondern vielmehr an das innere Leben einer der führenden hellenischer Poleis. Bei näherer Betrachtung wird es klar, daß das skythische Element eine ganz erhebliche Rolle im Leben der Gesellschaft und des Staates Athens gespielt hat. Diese Betrachtung kann um so fesselnder sein, als mit der Erscheinung der Skythen im Leben Athens eine Reihe strittiger Fragen oder gar richtiger Rätsel verbunden ist, die das Interesse des Forschers noch stärker anregen können.

Tatsächlich sind die Spuren des skythischen Elements in Athen bereits in der archaischen Zeit deutlich zu sehen. Das Material dafür liefert die Archäologie. Es sind zahlreiche spätarchaische bzw. frühklassische schwarz- und rotfigurige Vasen aus Athen, für welche die Darstellung eines skythischen Bogenschützen ein beliebtes Motiv der Bemalung ist. Als erstes Beispiel kann die bekannte Françoisvase dienen - der schwarzfigurige Krater von Ergotimos und Klitias (um 570 v.Chr.), der mit mehreren Gürteln von Darstellungen aus dem Achilles- und Theseuszyklus geschmückt ist.1 Im oberen Gürtel, in der Szene der Jagd auf den Kalidonischen Eber sind außer anderen Kämpfern drei Bogenschützen mit charakteristischen "skythischen" spitzen Mützen dargestellt; daneben stehen die Namen Eujruvmaco", Kimmevrio" und Tovxami", der erste davon ist rein griechisch, die zwei anderen dagegen barbarischen, sozusagen bestimmt skythisch-kimmerischen Ursprungs. Sowohl die Bewaffnung als auch die Kopfbedeckung und die Namen der auf der Françoisvase abgebildeten Bogenschützen verraten gewisse Sachkenntnis des Malers, der sich nicht nur auf die noch ziemlich vagen Vorstellungen des heroischen Epos (vgl. die Erwähnungen der Kimmerier [Od., XI, 14] und der gewöhnlich mit den Skythen identifizierten Hyppemolgen [Il., XIII, 5-6] bei Homer) stützt, sondern auch auf die konkretere historische Sage von den Einbrüchen der nordöstlichen Nomaden - Kimmerier und Skythen - in die von Griechen besiedelten Länder des westlichen Kleinasiens, die nicht so lange her (im 7. Jh. v.Chr.) erfolgt haben sollen (vgl.: Callin., fr.3 Diehl2).

Während die Darstellungen auf der Françoisvase, wie es auch sei, im ganzen die Orientation an der alten ionischen Tradition bekunden, orientieren sich die spätesten (seit dem letzten Drittel des 6. Jh.s v.Chr.) analogen Abbildungen auf schwarzfigurigen Vasen, die sogenannte skythische Bogenschützen darstellen, anscheinend an der den Malern gegenwärtigen Realität, woraus sie die erforderlichen Kriegertypen und Details ihrer Bewaffnung und Bekleidung nahmen. Man kann mühelos eine ganze Reihe solcher Abbildungen auswählen, wo unabhängig vom Sujet derselbe Typ des Bogenschützen bereits in vollständiger (im Unterschied zur Françoisvase) charakteristischer skythischer Tracht vertreten ist: spitzige Mütze, kurzer Halbkaftan und lange, eng anliegende Hose, die nicht selten mit einem Ornament bestickt ist, ein Köcher an der linken Seite, ein Bogen, manchmal ein Axt (savgari") in den Händen. Unten werden einige imposanteste dieser Abbildungen aufgezählt (Auswahl nach den bekannten Handbüchern von J. Boardman mit Ergänzungen aus dem speziellen Artikel von A. Plassart):2

- auf der Schale (Maler Amasis): Stall mit Pferden, über dem Pferd ganz links ist eine kleine Figur des skythischen Bogenschützen zu sehen, der den Bogen spannt (Boardman ABV, il. 83);

- auf der Amphora (Maler Antimenes): zwei Hopliten ziehen in den Krieg, mit der Szene des Extispitium (Betrachtung der Innereien eines Opfertieres), links - ein Junge mit dem Leber des geopferten Tieres, rechts - ein skythischer Schütze (Boardman, ABV, il. 187);

- auf der Amphora: Diomedes und Hektor, entsprechend bezeichnet, mit der Bewaffnung eines Hopliten, kämpfen gegeneinander über dem nidergeworfenen skythischen Schützen, über dem Skuvqe" (Skythe) geschrieben steht (Plassart, fig. 1);

- auf der Schale: Hektor und Ajax, Sohn des Telamon, mit Aufschriften bezeichnet, mit der Bewaffnung eines Hopliten, kämpfen zusammen mit anderen Kämpfer, wobei an jeder Seite 2 Hopliten, ein skythischer Schütze und 2 (rechts 3) Reiter am Kampf teilnehmen (Plassart, fig. 2);

- auf der Amphora: Ajax mit der Leiche Hektors in Begleitung eines anderen Hopliten und eines skythischen Schützen, links vorne ein Greis und eine Frau (Plassart, fig. 3);

- auf der Amphora: ein Hoplit geht in den Krieg, neben ihm ein skythischer Schütze, an den Seiten ein Mann und eine Frau (wahrscheinlich die Eltern), zu Füßen der Krieger ist ein Hund zu sehen (Plassart, fig. 5);

- auf der Schale: im inneren Kreis ein Feldzug aus 24 Hopliten und 18 skythischen Schützen, mit einem Kampfwagen in der Mitte, auf dem zwei bartige Männer stehen: einer im Vordergrund, der die Zügel hält und außerdem noch zwei Speer in der rechten Hand zusammenpreßt, dahinter steht der andere, wohl der ältere Mann mit einem Spitzbart; beide tragen lange Chitone bis an die Knöchel, der vordere hat noch einen Mantel überzogen (was deutlich zu sehen ist); in der Mitte des Kreises (am Boden des Gefäßes) sieht man Dionysos auf dem Pferd mit zwei Satyren (Plassart, fig. 6);

- auf der Amphora: zwei Kriegerpaare, nach links gerichtet, in jedem Paar ein Hoplit und ein skythischer Schütze (Plassart, fig. 7);

- auf der Amphora: zwei Reiterpaare (im rechten Paar ist einer der Reiter ein skythischer Schütze, bewaffnet mit zwei Speern) kämpfen über einem nidergeworfenen skythischen Schützen und Hopliten (Plassart, fig. 8).

Diese Reihe setzt sich in analogen Darstellungen auf den rotfigurigen Vasen sogenannten strengen Stils fort (von der Regierungszeit der Peisistratiden an und bis zum Ende der Persischen Kriege, d.h. ungefähr von 520-475 v.Chr.):

- auf dem Schüssel (Maler Paseas): ein junger Reiter mit skythischer Tracht und Bewaffnung mit der Aufschrift Miltiavdh" kalov" (schöner Miltiades), weswegen man in dem Reiter Miltiades den Jüngeren vor seiner Abreise auf die Thrakische Chersonesos um 515 sehen will (Boardman, ARV, il. 17; vgl.: Plassart, fig. 10);

- auf dem Schüssel (Maler Epiktetos): ein laufender skythischer Schütze (Boardman, ARV, il. 77);

- auf der Amphora (Maler Kleophrades): ein Hoplit geht in den Krieg, mit der Szene des Extispitium, links ein Junge mit dem Leber eines geopferten Tieres und ein skythischer Schütze mit einem Kampfaxt, rechts eine Frau mit Hund (Boardman, ARV, il. 129);

Schließen wir diese Beispielsreihe mit einer weiteren Abbildung auf der Vase gemischten schwarz-rot-figurigen Stils:

- auf der Schale (Maler Andokides): neben anderen im Kreis nacheinanderfolgenden Abbildungen sieht man zwei skythische Schützen mit den Bogen in den Händen, die an verschiedenen Seiten eines kleinen Baums einander zugewandt stehen, und noch einen skythischen Schützen mit dem Köcher an der Seite und der Salpinx, die an den Mund gedrückt ist (Boardman, ARV, il. 160).

Die Kriegerdarstellungen - sowohl die zweifellos griechischen Hopliten wie auch die sogenannten skythischen Schützen - zeichnen sich in allen angeführten Beispielen durch ausdrucksvolle Deutlichkeit und sichtbare Wirklichkeitstreue aus. Insbesondere die Schützendarstellungen entsprechen ganz jenem skythischen Typ, der uns aus den Beschreibungen antiker Autoren gut bekannt ist (s. dazu: Her., VII, 64) sowie aus den Denkmälern der Malerei, die aus dem Gebiet direkter griechisch-skythischer Kontakte - dem nördlichen Schwarzmeergebiet - stammen (hier sei auf die realistischen Skythenreliefdarstellungen auf der berühmten Elektronvase aus dem Kurgan Kul-Oba hingewiesen). Dies gab früh den Anlaß, die tatsächliche Anwesenheit skythischer Bogenschützen in Athen im 6. Jh. v.Chr. anzunehmen. Man betrachtete sie, in Analogie zu den Thrakern, als skythische Söldner im Dienst der alten athenischen Tyrannen - Peisistratos und seiner Söhne. Diese Annahme gewann an Überzeugungskraft, nachdem ein Forscher scharfsinnig den auf der schwarzfigurigen Schale dargestellten Feldzug mit einem Kampfwagen und den beiden bartigen Männern in der Mitte (s. oben) als eine Skizze der Truppenbesichtigung ausgelegt hatte, die von Peisistratos oder Hippias durchgeführt worden wäre.3

Seit damals hat die Meinung darüber, daß Athens Tyrannen skythische Bogenschützen als Leibwache eingesetzt hatten, viele Anhänger gewonnen und, man kann sagen, in der modernen Historiographie Fuß gefaßt. Nichtsdestoweniger kann man der Richtigkeit dieser Meinung nicht ganz sicher sein, da eine ganze Reihe von Umständen ihr widerspricht.

Zum einen wirkt im angeführten Abbildungsmaterial nicht alles überzeugend: auf einigen Abbildungen sind die Schützen zusammen mit den Hopliten in engem Zusammenhang und in alltäglicher Situation dargestellt (s. Szenen, wo Krieger in den Krieg ziehen), was gewisse persönliche Beziehungen andeutet; anderseits ist bei den Schützen nur die Tracht und die Bewaffnung skythisch, während ihre Gesichter nichts Exotisches, Barbarisches verraten und ganz dem herkömmlichen hellenischen Typ entsprechen.

Zum anderen ist in diesem Zusammenhang das absolute Schweigen der schriftlichen Tradition merkwürdig, was die Benutzung der Trupps skythischer Schützen von Peisistratos oder seinen Söhnen betrifft. Diese Tradition ist inzwischen sehr reich: alte Autoren erwähnen sowohl die ursprüngliche Leibwache des Peisistratos als auch die sogenannten Knüppelkämpfer (korunhfovroi), aus denen auf Beschluß der Volksversammlung ein Trupp formiert worden wäre (Her., I, 59; Aristot. Ath. pol., 14, 1; Plut. Sol., 30, 3 und 5; Polyaen, I, 21, 3); sowohl die Söldner (misqwtoiv, ejpivkouroi), die von ihm in der Schlußphase des Machtkampfes zum Teil in Argos (Her., I, 61; Aristot. Ath. pol., 17, 4), zum Teil in Thrakien, in der Gegend am Pangaeus, wo er Goldminen besaß, rekrutiert worden wären (Aristot. Ath. pol., 15, 2; vielleicht auch Her., I, 64), als auch jene angeworbenen Leibwächter (ejpivkouroi, dorufovroi), die ein ungehinderter Machtübergang an Peisistratos' Söhne ermöglicht und Hippias während der Verschwörung von Harmodios und Aristogeiton geschützt hätten (Thuc., VI, 55-58; Aristot. Ath. pol., 18, 4; Polyaen., I, 22).

Darüber hinaus wissen die alten Autoren sogar über solche Einzelheit wie die Anwerbung mannbarer Sklaven (tou;" ajkmavzonta" tw'n oijketw'n) für die Leibwache der athenischen Tyrannen. Diese Sklaven wurden wolfsbeinig (lukovpode") genannt - entweder weil sie ihre Füße in Wolfsfelle einhüllten oder weil sie auf ihren Schildern das Emblem eines Wolfes trugen (Aristoph. Lys., 665; Aristot., fr. 394 Rose3 [Schol. in Aristoph., l.c.; Phot. und Suid., s.v. lukovpode"]). Jedoch finden wir in der antiken Tradition keine Erwähnung von skythischen Schützen - ob gekaufte oder gegen Bezahlung angeworbene - im Dienst des Peisistratos oder seiner Söhne. Der Versuch, aus den Erwähnungen der Tatsache, daß Peisistratos Soldaten an der Thrakischen Küste angeworben hat, eine Andeutung darauf herzuleiten, kann nur als eine unverbindliche Annahme bewertet werden.4 Daher ist, wie häufig sich in der neuesten wissenschaftlichen Fachliteratur die Erklärungen über möglichen Einsatz skythischer Schützentrupps von Peisistriden auch treffen, die allgemeine historiographische Bilanz bezeichnend: im grundlegenden Werk über griechische Tyrannis von H. Berve wird solche Möglichkeit nicht einmal erwähnt5, und in der neu erschienenen Monographie von L. de Libero, die immer wieder gegen diesen ihren wichtigsten Vorgänger polemisiert, wird von dieser Möglichkeit nur in der Anmerkung, unentschieden und mit gewisser Zurückhaltung gesagt als von einer Meinung, die in der Literatur immer mehr Verbreitung findet, aber nichts mehr.6

Wenn aber die Hypothese über die skythische Garde von Peisistratiden zweifelhaft erscheint, dann wie erklärt sich eigentlich solch eine häufige Benutzung des Motivs mit skythischen Schützen in der spätarchaischen athenischen Vasenmalerei? Hier bieten sich zwei Möglichkeiten, und die Wahl zwischen ihnen scheint recht schwierig zu sein. Eine Möglichkeit besteht darin, die Meinung des französischen Forschers A. Plassart anzunehmen, der die Wahrheitstreue der Darstellungen skythischer Schützen auf den athenischen schwarz- und rotfigurigen Gefäßen zwar anerkannte, sah aber hier nicht skythische Soldaten im Dienst der alten Tyrannen, sondern die Hypereten (uJphrevtai), die bestimmte Hilfsfunktionen bei Hopliten ausübten und wahrscheinlich persönliche Beziehungen zu ihnen hatten: sie begleiteten die Hopliten als Ordonnanzen im Feldzug, handelten im Kampf unter dem Schutz ihrer Schilder, sorgten für ihre Pferde (da in alter Zeit die Hopliten auch zu Pferden in den Krieg gezogen sein können) usw.7

Dabei muß man nach Plassart in diesen Hypereten angesichts des hellenischen Typs ihrer Gesichter nicht Skythen, sondern Athener sehen, die über ionische Vermittlung skythische Tracht und Bewaffnung übernommen hätten. "Gewissen Söhnen aus vornehmen Familien", schließt er, "fiel eines schönen Tages die Phantasie ein, die glänzende Tracht und die Bewaffnung skythischer Hippotoxoten anzueignen, und als Mode dürfte diese Ausstattung anscheinend recht große Verbreitung gefunden haben".8 Was die Aufschrift "Skythe" betrifft, die über der Abbildung des niedergeworfenen Schützen steht, der auf einem der schwarzfigurigen Gefäße (s. oben) in voller skythischer Tracht zu sehen ist, so meint Plassart, daß "das Wort "Skythe" offensichtlich eine Art Sammelbegriff wurde, der alle hyperetai, die solche Tracht trugen, bezeichnete".9

Somit treten anstatt von einem einheitlichen Korps skythischer Soldaten, das im Dienst der athenischen Tyrannen war, die aus den Athenern selbst rekrutierten und persönlich mit Hopliten verbundenen Hypereten auf. Diese Version von Plassart erklärt sehr gut die auffallenden Besonderheiten der Darstellungen sogenannter skythischer Schützen auf den bemalten Gefäßen aus Athen - deren sozusagen Dispersität (abgesehen von der Szene mit der Heerschau werden sie allein oder in Verbindung mit den einzelnen Hopliten dargestellt) und die Alltäglichkeit der Situation, in der sie erscheinen. Was die Möglichkeit der Aneignung der skythischen Tracht von athenischen Schützen angeht, gibt es in dieser Annahme trotz der ironischen Einstellung de Liberos dazu10 nichts Unmögliches: französische Schützen trugen ja doch die exotische Tracht der Araben-Suaben und russische Kavallerieoffiziere die Tracht kaukasischer Bergbewohner, nämlich die tscherkessische Kaftan! In diesem Zusammenhang könnte die oben erwähnte Darstellung eines jungen Reiters in skythischer Tracht, gemalt von Paseas, eine sehr gute Bestätigung der Annahme von Plassart sein, wenn man davon ausgeht (und das erscheint ganz natürlich), daß die daneben stehende Aufschrift Miltiavdh" kalov" sich gerade auf diesen Reiter bezieht.

Immerhin kann man trotz aller Scharfsinnigkeit der Hypothese von Plassart die Augen vor einigen ihren Schwächen nicht verschließen, beispielsweise vor mangelnder Überzeugungskraft des Hinweises auf den hellenischen Gesichtstyp der auf athenischen Vasen dargestellten skythischen Schützen (als ob die damalige Vasenmalerei nationale Gesichtstypen unterscheiden könnte!), vor allem aber vor sichtbarer Paradoxie der grundlegenden Annahme - skythische Tracht für athenische Schützen. Diese Schwierigkeit läßt sich allein durch angeführte historische Parallelen selbstverständlich nicht lösen. Daher bleibt noch eine Möglichkeit zur Deutung der genannten Darstellungen - sie als typische Motive, als einer der loci communes der griechischen spätarchaischen und frühklassischen Vasenmalerei zu bewerten, die neben vielen anderen auch das Thema der skythischen Schützen kultivieren, zum Teil mit Rücksicht auf die Vorstellungen des heroischen Epos, vor allem aber unter dem Einfluß der historischen und künstlerischen Anregungen, die von Ionien ausgingen.11

Somit bleibt das Problem konkreter Auslegung der Darstellungen skythischer Schützen auf den athenischen schwarz- und rotfigurigen Vasen ungelöst. Allerdings entzieht das ihnen die historische Bedeutung nicht: auf jeden Fall können sie als Zeugnis der Präsenz des skythischen Themas im Leben der athenischen Gesellschaft am Ausgang der archaischen Zeit betrachtet werden. Eigentlich sollte man dies a priori nicht nur infolge der epischen oder historischen ionischen Einflüsse erwarten, sondern auch angesichts der Entwicklung der Beziehungen zwischen Athen und dem Schwarzmeergebiet, insbesondere dank aktiver Außenpolitik und der schon unter Peisistratiden begonnenen athenischen Durchsetzung im Gebiet der Sunde.

In diesem Zusammenhang sei auf die ersten Schritte der Athener in Richtung Pontos Euxeinos, dessen nördlicher Rand Skythien war, hingewiesen sowie auf die Eroberung wichtiger Positionen am Hellespont im 6. Jh. v.Chr. - Sigeum (an der Troas, dicht am Eingang in den Sund) an der asiatischen Küste und des ganzen Gebietes auf der Thrakischen Chersonesos an der europäischen Küste. Sigeum hatten sie erstmals noch an der Wende vom 7. zum 6. Jh. - um 600 v. Chr. erobert und dort ihre Kolonie gegründet. Sie mußten langen Kampf gegen die benachbarte Mytilene um die Beherrschung dieser strategisch wichtigen Gegend führen. Der als Vermittler herbeigerufene korynthische Tyrann Periander erkannte Sigeum den Athenern zu (Her., V, 94-95; Aristot. Rhet., I, 15, p.1375 b 31; Strab., XIII, 1, 38-39, p.599-600; als epigraphische Bestätigung der frühen athenischen Kolonie in Sigeum gilt die Phanodikosstele, Ditt. Syll.3, I, N 2). Später nahmen zwar die Mytelener es den Athenern wieder weg, doch Peisistratos beherrschte diese Gegend erneut, führte dorthin eine neue Kolonie hinaus und setzte einen seiner Söhne Hegesistratos ein (Her., V, 94). Sigeum blieb so wie ein Familienbesitz der Peisistratiden, und später fand Hippias nach dem Sturz der Tyrannis in Athen dort Unterkunft (Her., V, 65. 91. 94; Thuc., VI, 59, 4).12

Was die Thrakische Chersonesos betrifft, so bürgerte sich dort mit Zustimmung von Peisistratos zuerst Miltiades, Sohn des Kypselos aus dem Geschlecht der Philaiden, mit einer Gruppe Kolonisten aus Athen ein (Her., VI, 34-38), dann - jetzt mit Zustimmung der Söhne von Peisistratos - sein Neffe Miltiades, Sohn des Kimon (Her., VI, 39). Der letztere verwandelte sich in einen richtigen Klein-Tyrannen, mußte sich aber den Persern unterwerfen. Er mußte in unmittelbaren Kontakt mit den Skythen treten (dessen Widerhall könnte gerade die Darstellung auf dem Schüssel sein, der von Paseas bemalt wurde).13 513-512 nahm er zusammen mit anderen griechischen Tyrannen - Vasallen oder Satelliten des persichen Königs - am Skythischen Feldzug des Darius I. teil; als ihm und einigen anderen befohlen wurde, die Brücke über den Ister zu bewachen, soll er den anderen geraten haben, auf die Skythen zu hören und die Übersetzstelle zu zerstören (Her., IV, 137). Später, nach dem Rückzug des Darius aus Skythien mußte Miltiades wegen des skythischen Gegeneinbruches nach Thrakien sein Fürstentum verlassen. Nach dem Weggang der Skythen konnte er jedoch zurückkehren und sich wieder auf der Chersonesos niederlassen, bis die Vergeltungsaktionen der Perser (nach der Niederschlagung des Ionischen Aufstandes) ihn zwangen, die Chersonesos für immer zu verlassen und nach Athen zurückzukehren (Her., VI, 40-41. 104).14

Das Vorrücken der Athener ins Sundgebiet im 6. Jh., das von aristokratischen Leadern - Tyrannen und ihren Gegnern - initiiert wurde, jedoch letztlich durch weitgehende staatliche Interessen bedingt war, war die wichtigste Voraussetzung für die anschließende Aktivisierung ihrer politischen und Handelsaktivitäten im Schwarzmeergebiet einschließlich der nördlichen Küste.15 Dies bestätigen die immer zunehmenden Funde der athenischen Keramik in den stadtischen Zentren des Schwarzmeergebiets, einschließlich der schwarzfigurigen (seit der Mitte) und der rotfigurigen bemalten Vasen (seit dem Ende des 6. Jhs. v.Chr.).16 Es sei auf solche prunkvollen Vorbilder des athenischen künstlerischen Importes hingewiesen wie die am Bosporus aufgefundene schwarzfigurige Amphora mit der Darstellung des Kampfes zwischen Lapithen und Kentauren, die schwarzfigurige pseudopanathenaische Amphora mit der Athene Pallas zwischen den zwei Hähnen, die auf hohen Kolonnen aufsitzen, die schwarzfigurige Pelike mit der Darstellung eines gebundenen Silens zwischen den zwei Kriegern (alle vom 6. Jh.), ein Bruchstück der rotfigurigen Vase sogenannten strengen Stils mit der Darstellung des Menelaus und der Helena (um das Ende desselben Jahrhunderts) und schließlich die in der Staniza Elizavetinskaja (am asiatischen Bosporus) aufgefundene prächtige panathenaische Amphora mit der Darstellung der Athena Pallas (ebenfalls zwischen den auf Kolonnen aufsitzenen Hähnen) und mit der Szene des Faustkampfes (um das Ende des folgenden Jahrhunderts). All dieses Material knüpft sich an die oben angeführten Daten über das skythische Motiv in der attischen Vasenmalerei und bestätigt die Natürlichkeit des Interesses am skythischen Thema in Athen in der Zeit der späten Archaik.17

Ein weiteres wichtiges Zeugnis ist in diesem Zusammenhang das Schaffen des athenischen Vertreters der Vasenmalerei, der meist rotfigurige Gefäße bemalt und seine Zeichnungen mit dem Namen "Skythe" unterschrieben hatte.18 Die Zeit seines Werkes wird ungefähr in den Zeitraum zwischen 520 und 505 v.Chr. datiert.19 Bekannt sind vier Gefäße und zwei Votivtafeln mit den Darstellungen, die mit seinem Namen unterschrieben sind, sowie ca. 20 Vasen, deren Abbildungen mit großer Wahrscheinlichkeit diesem Meister zugeschrieben werden können. Seine Malereien zeichnen sich durch große Gewandheit aus sowie besonderen, für ihn bezeichnenden, etwas groben Sinn für Humor, der vor allem in der Darstellung der Gesichter und Posen abgebildeter Personen zu sehen ist (beispielsweise in den von ihm unterschriebenen Darstellungen auf den Schalen - Herakles, der Eurystheus den erymanthischen Weber darbringt, oder Theseus, der den megarischen Räuber Skiron bestraft).

Besonders interessant ist der Name des Malers. Zweimal unterschreibt er sich mit einer simplen Formel: Skuvqe" e[grafsen, d.h. "Skythe bemalte"; einmal setzt er noch den (bestimmten) Artikel oJ vor seinen Namen, ein anderes Mal hinterläßt er auf einer schwarzfigurigen Votivtafel eine ausführlichere Aufschrift: Skuvqe" mV ajn[evqeke gravfsa"], d.h. "Skythe weihte mich, nachdem bemalte". Außerdem setzte er auf zwei der vier uns bekannten rotfigurigen Vasen mit seiner Unterschrift den Namen seines Lieblings Epilykos ( jEpivluko" kalov"), eines damals bekannten athenischen Athleten, der auch die Aufmerksamkeit anderer Vasenmaler gelenkt hatte.

Selbstverständlich läßt der Name Skythe, der von diesem Vasenmaler genommen wurde, verschiedene Deutungen zu: das kann der Spitzname gewesen sein, der dem Maler wegen seiner Herkunft oder seiner etwas groben Malweise gegeben wurde, das kann aber auch der wirkliche Name gewesen sein, weil die Griechen aus gewissen uns unbekannten Gründen ihren Kindern nicht selten die Namen gaben, die mit ethnischen Bezeichnungen benachbarter Völker im Zusammenhang standen. Jedenfalls war der Name Skythe nicht so selten; so wird bei Herodot ein griechischer Tyrann mit solchem Namen erwähnt, der zuerst auf der Kos, dann in Zankle regierte (Her., VI, 23-24; VII, 163); in einer Rede von Demosthenes erscheint unter den Zeugen der zweifellose Athener namens Skythe, Sohn des Harmateus, aus dem Demos Kydathenaion (Dem., XLV, 8). In Anbetracht der zweifellos hellenischen Ausbildung unseres Malers und seiner öffentlich deklarierten Teilname am Leben der höheren Schichten Athens würden wir dazu neigen, ihn eher als Griechen, mehr noch, als Athener zu betrachten. Das beharrliche Bestreben einiger Forscher, ihn als einen angeborenen Skythen anzusehen,20 findet bei uns nur wenig Verständnis. Auch seinen sklavischen Status würden wir bezweifeln:21 weder der Name Skythe noch der bestimmte Artikel davor genügt für eine solche Folgerung, inzwischen zeugt die offene Erklärung des Meisters über seine Urheberschaft eher von seinem freien Zustand.

Wie dem auch sei, müssen wir auf die Tatsache, daß der Name Skythe unter den Namen bzw. Spitznamen athenischer Vasenmaler der späten Archaik vorkommt, Rücksicht nehmen: man kann hierin eine Bestätigung für die damals sich abgezeichnete skythische Note im Leben der athenischen Gesellschaft nicht übersehen. Sie klingt noch in der Bemalung rotfiguriger Vasen um die Wende vom 6. zum 5. Jahrhundert, dann verhallt sie, läßt sich dann durch die ähnliche Note ablösen, jetzt schon aber in der schriftlichen literarischen Tradition, nämlich in den Zeugnissen alter Autoren, die von staatlichen Sklaven skythischer Herkunft berichteten, die polizeiliche Funktionen ausgeführt haben sollen.

Allerdings ist nicht ausgeschlossen, daß bereits in der attischen Vasenmalerei des frühen 5. Jhs. die ersten Hinweise auf solche skythischen Polizisten im klassischen Athen festzustellen sind. Gemeint ist die rotfigurige Schale alten Stils mit der Darstellung zweier Gruppen von Satyren, die die Göttinen Hera und Iris anmachen, gemalt in der Werkstatt von Brygos.22 Iris wehrt sich vor Satyren vor den Augen des empörten, doch nichts unternehmenden Dionysos, für Hera setzen sich Hermes und Herakles ein. Der letztere trägt außer seinen gewöhnlichen Attributen - Löwenfell und Streitkeule in der rechten Hand - die typisch skythische Tracht - eine eng anliegende bunte Hose und ein Kaftan; an der linken Seite hängt (wie gewöhnlich bei Skythen) ein Köcher, in der linken Hand, die mit Drohung nach vorne gestreckt ist, presst er einen Bogen zusammen. Sowohl die Haltung als auch die Tracht des Herakles deuten den Gedanken an, daß der Maler hier die in Athen beliebte Figur des skythischen Polizisten kopiert hat.

Der Name des Werkstattbesitzers (und der bedingte Name des Malers) Bruvgo" ist thrakischen Ursprungs (vgl. die Bezeichnung eines der thrakischen Stämme Bruvgoi oder Bruvge"), und es wäre demnach sehr attraktiv, die in der Darstellung des Herakles vorkommende Vorliebe für das skythische Thema mit dem möglichen Ursprung des Vasenmalers aus einem mit Skythien benachbarten Land in Zusammenhang zu bringen. Allerdings haben wir bereits oben erwähnt, wie riskant jegliche Annahmen sind, die von der fremden Form des Namens ausgehen. Es sei hier etwas anderes betont: das Schaffen des Meisters Brygos fällt in die 80-90er Jahre des 5. Jhs.,23 was ein Markstein in der Zeitbestimmung des skythischen Polizeidienstes sein kann. Das ist schon aber ein anderes Kapitel aus der Geschichte der Skythen in Athen; Quellen dafür sind vorwiegend schriftliche Daten, an die wir uns nun einmal wenden wollen.

Schlüsselpunkt ist hier ein Abschnitt aus der Rede des athenischen Redners Andokides "Über den Frieden mit den Lakedaimonern" (III, 3ff.), die 391 v.Chr. gesprochen wurde, als der sogenannte Korynthische Krieg in ihrem Höhepunkt war. Andokides war einer der bevollmächtigter athenischen Botschafter, die in Sparta Verhandlungen über den Frieden führten; als er seine Mitbürger aufforderte, möglichst bald den Frieden zu schließen, argumentierte er mit Beispielen aus der Vergangenheit, daß die athenische Demokratie vom Frieden mit Sparta immer nur profitiert hätte. "So sieht es aus", beginnt er seine historische Abschweifung, "einst führten wir einen Krieg auf der Euböa, wir hielten Megara, Pegae und Troizen in der Hand und waren bestrebt, den Frieden zu schließen. Zu diesem Zweck beriefen wir Miltiades, Sohn des Kimon, zurück, der durch den Ostrakismos vertrieben worden war und auf der Chersonesos lebte: er war Proxenos der Lakedaimoner, und wir hatten vor, ihn nach Lakedaimon zwecks Friedensverhandlungen zu schicken. (4) Damals schlossen wir den Frieden mit den Lakedaimonern für die Dauer von 50 Jahren, und die beiden Seiten hielten den Vertrag innerhalb von 13 Jahren ein. Wollen wir uns, Athener, folgendes ansehen: ist denn während dieses Friedens je die Demokratie in Athen niedergeworfen worden? Niemand würde wagen, dies zu behaupten. Und welche Vorteile hat dieser Frieden gebracht! Ich erinnere Euch daran. (5) Zunächst haben wir Piräus mit Befestigungsanlagen umgeben und die Errichtung der Nordstrecke der Langen Mauern beendet. Statt der alten und schlecht ausgestattenen Trieren, mit denen wir damals den Barbarenkönig und seine Barbaren zerschlagen und die Hellener befreit hatten, statt dieser Trieren haben wir hundert neue Trieren gebaut. Auch rekrutierten wir damals zuerst ein Korps aus dreihundert Reitern und kauften dreihundert skythische Bogenschützen (kai; toxovta" triakosivou" Skuvqa" ejpriavmeqa). Das sind die Vorteile, die unser Staat bekam, so verstärkte sich die Demokratie in Athen infolge des Friedens mit den Lakedaimonern!"

Die Authenzität dieser Abschweifung, die übrigens ein halbes Jahrhundert später von Aischines in seiner Rede "Über die verbrecherische Botschaft" (II, 172ff.) fast buchstäblich kopiert wurde, unterliegt keinem Zweifel.24 Dafür sind aber historische Ungenauigkeiten auffallend: der Ostrakismos wurde nicht über Miltiades, sondern über seinen Sohn Kimon verhängt; gerade durch Vermittlung des letzteren wurde 451 der Frieden zwischen Athen und Sparta geschlossen, nicht aber für 50, sondern für 5 Jahre, und er dauerte nicht 13, sondern lediglich 4 Jahre; der Krieg, in dem dieser Waffenstillstand geschlossen wurde, führte man nicht um Euböa, sondern um Aigina.25 Denkt man aber tatsächlich an den 451 von Kimon geschlossenen Frieden, dann entstehen wiederum Schwierigkeiten, wenn man alle aus diesem Frieden nach Andokides resultierenden Vorteile auf die nachfolgene Zeit zu beziehen versucht. Jedenfalls müssen sich die drei ersten Punkte auf eine frühere Zeit beziehen: die Befestigung von Piräus, die 493-492 unter dem Archon Themistokles begonnen wurde, soll bis 470 beendet geworden sein (Thuc., I, 93, 3 ff.; Diod., XI, 41); die Errichtung der Langen Mauern dauerte ungefähr von 457-452 (Thuc., I, 107, 1; 108, 3); 100 neue Trieren wurden 482 wiederum auf Initiative des Themistokles gebaut (Her., VII, 44 [wohl mit der falschen Angabe der Anzahl dieser neuen Schiffe - 200]; Aristot. Ath. pol., 22, 7; Plut. Them., 4; Polyaen., I, 30, 6).26

Sollten aber diese drei Ereignisse der früheren Zeit zugerechnet werden, erscheint es natürlich, dasselbe mit den zwei nachfolgenden Ereignissen, d.h. Organisierung des Korps aus 300 (athenischen) Reitern und Anschaffung von 300 skythischen Bogenschützen, zu machen. Als die wahrscheinlichste Zeit für die Verwirklichung dieser kostenaufwendigen Maßnahmen gilt in diesem Fall die Periode der raschen Erhöhung des Athenischen Staates und des Wachstums seines Wohlstandes nach den entscheidenden Siegen über den Persern und nach der Gründung des Delisch-Attischen Seebundes (478-477 v.Chr.).27 Eine weitere Präzisierung der Zeit dieser militärischen Umwälzungen ist nicht möglich, obwohl das von einigen Forschern angenommene Datum - 476 v.Chr.- attraktiv aussieht, und zwar sowohl wegen der eben angedeuteten allgemeinen Erwägungen als auch wegen der damals möglichen Synchronisierung der Schaffung des Polizeidienstes aus skythischen Sklaven mit dem Verschwinden der Darstellungen skythischer Schützen auf athenischen Vasen. Wenn es stimmt, daß die letzteren athenische Kämpfer sind, die skythische Tracht übernommen haben, dann war es für diese nicht mehr möglich, in dieser Tracht herumzuspazieren, nachdem auf den Straßen Athens die gleiche Kleidung tragende echte Skythen erschienen, die aber Polizisten und Sklaven waren.28

Jedenfalls war der skythische Polizeidienst zur Zeit des Aristophanes eine nachgewiesene Tatsache, ein untrennbarer Bestandteil des öffentlichen Lebens Athens, den der droße Komödiendichter ebenso wie vieles andere in seinen Werken so ausdrucksvoll widerspiegelte. In den "Acharnern" (425), "Rittern" (424), der "Lysistrate" (411), vor allem aber in den "Thesmophoriazusen" ("die Frauen beim Thesmophorienfest", im selben Jahr 411 aufgeführt) stoßen wir bei allen skandalösen Szenen auf skythische Polizisten und können somit eine Menge Informationen über ihre Aufgaben und über das Verhältnis zu ihnen in der damaligen Gesellschaft Athens bekommen. Wertvolle Daten über skythische Bogenschützen im Polizeidienst vermitteln uns neben Aristophanes auch die Verfasser der Scholien zu den Stücken desselben Aristophanes sowie die Lexikographen, solche wie Pollux, Hesychios aus Alexandria, Photios, Suda und der Verfasser des Großen Etymologikon. Ihre Daten zusammenfassend, bekommen wir die Möglichkeit, uns eine recht komplette Vorstellung sowohl über skythische Polizisten als auch über das Polizeiwesen in Athen schlechthin zu machen.

Der Polizeidienst wurde also in Athen von skythischen Sklaven verrichtet. Wie Andokides berichtet, wurden sie vom Athenischen Staat gekauft, und ihr Status der staatlichen Sklaven drückte sich in ihrer Bezeichnung als oiJ dhmovsioi uJphrevtai aus (Pollux, VIII, 132; Schol. in Aristoph. Ach., 54; Hesych. et al., s.v. toxovtai). Daß dhmovsioi uJphrevtai gerade die Sklaven im Dienst des Staates bedeutete, wird von alten Kommentatoren ausdrucksvoll bestätigt: "Staatlich (dhmovsio") - ist ein der Stadt gehörender Sklave (oJ th'" povlew" dou'lo"). Auch wurden einige Thraker, Skythen und andere Barbaren als Sklaven zum Dienst (pro;" uJphresivan) in Gerichten und anderen öffentlichen Stellen und Arbeiten eingesetzt" (Anecdota Graeca, vol.I, p.234 Bekker).29 Sie wurden verschieden bezeichnet: bald Skythen, bald Schützen (toxovtai), bald Speusinien (speusivnioi). Die letzte Bezeichnung führte man auf den uns näher nicht bekannten athenischen Politiker Speusinos zurück, der nach einer Überlieferung als erster den skythischen Polizeidienst organisiert haben soll (Pollux, VIII, 132; Schol. Aristoph. Ach., 54 [der Name entstellt]; Suid., s.v. toxovtai). Ursprünglich betrug ihre Zahl 300 (so Andokides), da aber in einigen späteren Quellen von 1000 skythischen Schützen berichtet wird (Schol. Aristoph. Ach., l.c.; Suid., l.c.), ist nicht ausgeschlossen, daß ihre Zahl später wirklich erhöht wurde, was durch das Wachstum der Bevölkerung und die Komplizierung des ordnungshütenden Dienstes in Athen bedingt war.30 Dementsprechend befanden sie sich ursprünglich in der Mitte der Stadtagora in den speziell dafür dort aufgeschlagenen Zelten, später aber, als die Agora zu eng wurde und die Zahl der Polizisten anstieg, wurden sie zum Areopag versetzt (Schol. Aristoph. Ach., l.c.; Suid., l.c.).31

Sowohl der Erwerb als auch die Verpflegung dieser Sklaven mußte dem Athenischen Staat recht teuer zustehen kommen. Wenn wir im Anschluß an A.Bockh annehmen, daß der Minimalpreis für einen solchen Sklaven 3 Minen betrug,32 dann muß der Athenische Staat 15 Talent für den einmaligen Ankauf von 300 skythischen Bogenschützen und 50 Talent für 1000 Mann ausgegeben haben. Dazu kommt noch eine gewisse Summe für ihre Ausrüstung, nehmen wir an, 50 Drachmen pro Mann;33 das macht 2,5 Talent für das ursprüngliche Korps aus und 8,3 Talent für das spätere Korps, das schon 1000 Mann stark war. Ferner soll der Staat, wenn man wiederum Bockh zustimmt, für die Verpflegung eines jeden Bogenschützen mindestens 3 Obole pro Tag ausgegeben haben,34 der Unterhalt von 300 skythischen Bogenschützen soll also 9,1 Talent und von 1000 Schützen - 30,4 Talent jährlich gekostet haben. Schließlich brauchte man auch noch eine bestimmte Summe für die Ersetzung der menschlichen Verluste; bei der annähernden Einschätzung dieser Verluste auf 2,5% vom gesamten Bestand wurde für den zusätzlichen Ankauf von 15 Mann jährlich (bei der Gesamtzahl 300) noch 0,75 Talent, für den Ankauf von 25 Mann (bei der Gesamtzahl 1000) 1,25 Talent gebraucht. Anders gesagt mußte der Athenische Staat außer des Hauptbetrages von etwa 17,5 oder gar (mit Berücksichtigung der nachfolgenden Zunahme des Korps) 58,3 Talent noch bis zu 10 bzw. 32 Talent jährlich für den skythischen Polizeidienst ausgeben, was beim jährlichen Staatseinkommen von 1000 Talent (vor dem Beginn des Peloponnesischer Krieges, Xen. Anab., VII, 1, 27) entsprechend bis zu 1% bzw. 3,2% ausmachte; beim Staatseinkommen von 2000 Talent (um 422, Aristoph. Vesp., 660) waren das lediglich 0,5% bzw. 1,6% - ein Aufwand, den sich die Athenische Polis ohne besondere Schwierigkeiten leisten konnte, nur solange sie am Höhepunkt ihrer Macht war und dank den Einnahmen von Aliierten über eine reiche Staatskasse verfügte.35

Skythische Polizisten waren Ordnungshüter in der Stadt (fuvlake" tou' a[steo", Schol. Aristoph. Ach., 54; Suid., s.v. toxovtai). Ihre Aufgabe war es unter anderem, die Ordnung in der Volksversammlung und in Gerichten zu überwachen. Auf Anordnung von Amtspersonen trieben sie das verspätete Volk mit Hilfe einer roten (nach einer anderen Version mit der roten Farbe bemalten) Schnur von der Agora zur Volksversammlung zusammen (Pollux, VIII, 104).36 Während der Sitzungen durften sie wiederum auf Befehl der Magistrate (in der Volksversammlung waren es Prytanen) diejenigen von der Tribüne entfernen, die nicht zur Sache oder in betrunkenem Zustand redeten. Sie verhafteten, banden oder schlossen an den Block sowie brachten die Personen ins Gefängnis, die gegen den Staat straffällig geworden waren.

Aristophanes vermittelt uns einige lebendige Szenen, welche die Handlungsweise skythischer Polizisten darstellen. In den "Acharnern" vertreiben die Schützen (zweifellos Skythen) auf Befehl des Verkünders (kh'rux), der seinerseits den Willen der Prytanen erfüllt, den halbblödsinnigen (nach Aussage von A.I.Piotrovskij) Amphitheos, der behauptete, er gehöre zu den Unsterblichen und die Götter hätten ihn beauftragt, den Frieden mit Sparta zu schließen (Vers 45ff.). Ebendort wird der gewisse durchtriebene Querulant Euathlos, der den angesehenen Greis Thukydides vor Gericht stellen will, "skythisches Ödland" (hJ Skuqw'n ejrhmiva) genannt, einem skythischen Schützen gleichgestellt und schließlich selbst den Skythen väterlicherseits zugerechnet (Vers 703ff.). In den "Rittern" erzählt der Wurstler Agorakritos davon, wie in einer Sitzung des Rates der 500 Prytanen und Schützen seinen Gegner den Lederarbeiter Kleon von der Tribüne hinabgeschleppt haben, der "Blech redete" (ejflhnavfa, Vers 663ff.). In der "Lysistrate" versucht der Proboulos (Mitglied eines hohen Staatsausschusses), sich mit einem ganzen Trupp skythische Schützen zu der von Frauen besetzten Akropolis durchzudrängen: er scheltet die gaffenden Schützen, die nur eines können - "nach Kneipen ausschauen" (kaphlei'on skopw'n), er befihlt, die Anführerin der aufrührerischen Frauen Lysistrate zu fassen und ihr die Hände hinter dem Rücken festzubinden (unten nochmals - zu schnüren) usw. (Vers 420ff.).

Am interessantesten und informativsten sind aber die entsprechenden Szenen in den "Thesmophoriazusen". So nimmt der Prytane zusammen mit einem skythischen Schützen den Mnesilochos, einen Agenten des Euripides in der Frauenversammlung, gefangen:

Binde ihn fest,

Schütze, schließ' ihn in den Block! Hier stell' den Schurken

Auf den Platz zur Schau! Bewache achtsam!

Wenn jemand kommt - die Peitsche ist bei dir.

Schlag jeden aus aller Kraft

(Vers 930ff.).

Ferner wird mit allen Einzelheiten beschrieben, wie der Skythe den Mnesilochos in den Block schließt (Vers 1001ff.), wie Euripides und Mnesilochos den Wächter zum erstenmal zu übertölpeln versuchen, indem sie vor ihm eine Szene mit Perseus und Andromeda spielen (Vers 1083ff.), und wie Euripides, die Aufmerksamkeit des Skythen auf eine junge Tänzerin abgelenkt, endlich Mnesilochos befreit und dann beide fliehen (Vers 1176ff.). Dabei läßt Aristophanes den skythischen Wächter - um größere Komik zu erzielen, wohl aber in Übereinstimmung mit der Wirklichkeit - lächerliches gebrochenes Griechisch sprechen, das großartig in der russischen Übersetzung von A.I.Piotrovskij wiedergegeben wurde.

Auf all diesen Szenen tritt deutlich die Figur des skythischen Polizisten auf, der offensichtlich seine traditionelle Tracht trägt und mit einem Bogen bewaffnet ist, was ja schon aus der Bezeichnung dieser Wächter (toxovtai) hervorgeht und durch mehrmalige Erwähnung des besonderen von ihnen getragenen Köchers bei Aristophanes bestätigt wird (sumbhvnh oder richtiger subhvnh, Aristoph. Thesm., 1197, 1215, cum schol.).37 Ferner wurden sie mit einem kleinen Schwert (vgl.: Aristoph. Thesm., 1126-1127) und einer Peitsche (ibid., 933-934 u.a.) ausgerüstet. Die letztere war gerade die Waffe der Polizeigewalt, und ihre Anwesenheit bei Skythen kann nicht als Hinweis auf deren mögliche Reiterdienst dienen.38 Die letzte Frage muß wegen absolut fehlender Nachweise offen bleiben.

Aristophanes betont primitive Züge des skythischen Wächters, seine Grobheit, Stumpfsinnigkeit und niederträchtige Instinkte. Brutalität dürfte tatsächlich ein charakteristischer Wesenszug dieser niederen Bedienten gewesen sein, die den Verdruß über ihren minderwertigen Zustand mit Bereitschaft an den anderen ausließen. Allerdings war ihre Lage verglichen mit dem Leben gewöhnlicher Sklaven besser. Wie dem auch sei, waren sie staatliche Beamte und sie bezogen ein Gehalt für ihren Dienst (vgl. den Nachweis in Etym. Magn., s.v. dhmosieuvein [Staatssklave sein]: "gegen Bezahlung (ejpi; misqw"/) beim öffentlichen Dienst aushelfen"). D.h., jene drei Obole täglich, von denen oben die Rede war, wurden ihnen ausgehändigt und, obwohl dies ganz wenig war, durften sie über diese Summe nach ihrem Willen frei verfügen. In diesem Zusammenhang sei erinnert, wie in der "Lysistrate" der Proboulos dem skythischen Schützen das "Ausschauen einer Kneipe" (kaphlei'on) vorwarf: es ist anzunehmen, daß dieser "öffentliche Bediente" sowohl über das Geld als auch über die genügende Freiheit für den Besuch derartiger Anstalten verfügte. Diese Annahme entspricht demjenigen, das uns über die Lage der Sklaven im öffentlichen Dienst in Athen überhaupt bekannt ist: sie lebten in besseren Bedingungen, durften eigenes Haus anschaffen und erfreuten sich relativer Freiheit (es sei auf Nikomachos verwiesen, gegen den die 30. Rede Lysias' gerichtet war, und auf Pittalakos, der uns aus Aischines' Rede "Gegen Timarchos" bekannt ist).39

Auf dieser tröstlichen Note beenden wir die Auseinandersetzung mit dem Sujet über skythische Polizisten in Athen. Damit ist aber unser Thema nicht ausgeschöpft: außer Polizisten ist uns auch andere skythische Sklaven im klassischen Athen bekannt, die im privaten Besitz waren. Auf den sogenannten Attischen Stelen - Steinplatten mit der Listen des Eigentums, das bei den Personen beschlagnahmt wurde, die 415 bis 413 v.Chr. der Vorstöße gegen die Religion beschuldigt wurden - sind unter den versteigerten Gegenständen neben anderen Sklaven (ajndravpoda) dreimal auch Skythen erwähnt (I, 42; VII, 7-8; fr. II, j, 17).40

Im ersten Fall tritt der Skythe in der Gruppe aus 16 Sklaven auf, die bei dem Metöken Kephisodoros beschlagnahmt wurde. Die Sklaven werden mit den jeweiligen Ethnikonen ohne Namen bezeichnet; darunter sind 5 Thraker, 3 Karier, je 2 Illyrier und Syrier, die anderen sind ein Skythe, ein Kolche, eine Kappadokierin und eine Lydierin. Bei allen Sklaven sind Ziffern erhaltengeblieben, die die Handelsgebühr und den Preis des Sklaven bezeichnen. Für den Skythen wurde 144 Drachmen bezahlt; das ist der Durchnittspreis, zum Vergleich: für einen der Karier wurde 105 Drachmen, für die Syrier je 240 und 301 Drachmen bezahlt. Im zweiten Fall ist eine Liste aus 6 Sklaven erhaltengeblieben, unter denen 2 Thraker, 2 Karier, 1 Skythe sind und noch ein Sklave, dessen ethnische Bezeichnung nicht erhalten ist. Die Sklaven werden nach den Namen aufgezählt, die teilweise ausgesprochene Spitznamen sind: der eine Karier namens Strongylion (Stroggulivwn - "der Runde, Beleibte"), der andere Karier namens Karion, der Skythe Simos (Si'mo" - "der Stumpfnasige"). Die Handelsgebühr und der Preis sind nicht erhaltengeblieben. Im dritten Fall liegt eine Liste aus 5 Sklaven vor, die dem Athener Axiochos, Sohn des Alkibiades aus der Deme der Skambonidai, gehört haben. Die Sklaven werden namentlich mit Hinzufügung der jeweiligen Ethnikone genannt, mit einer Ausnahme: der Sklave namens Dionysios steht ohne ethnische Bezeichnung (vielleicht weil er Grieche war?). Die anderen Sklaven sind 3 Thraker und 1 Skythe, dessen Name jedoch nicht erhalten geblieben ist.

Wie knapp diese Daten auch sein mögen, erlauben sie einige Schlußfolgerungen. Vor allem bezeugen sie die recht große Verbreitung skythischer Sklaven in Athen, die privaten Personen gehörten. Das letztgesagte findet übrigens noch in einer zufälligen, gerade deswegen aber besonders wertvollen Aussage des Aristophanes Bestätigung. Lysistrate in der gleichnamigen Komödie, indem sie die Zustimmung der Frauen mit einem Eid bekräftigen will, der ein blutiges Opfer benötigt, ruft eine Dienerin zur Hilfe: "Wo ist diese Skytherin (hJ Skuvqaina)? Wo siehst du hin? Stell' einen Schild vor uns mit der Kehrseite nach oben und laß jemand mir eine Opfergabe bringen" (Lys., 184-186). Diese Aussage macht den Eindruck gewisser Alltäglichkeit, deren Element auch die Benutzung skythischer Sklaven im Hausgebrauch war. Jedoch zeugen wiederum die Attischen Stelen davon, daß skythische Sklaven denen aus dem näheren Thrakien und Karien quantitativ ganz und gar nicht gleichkommen konnten. Diese Länder, insbesondere Thrakien, lieferten auch den Großteil der Söldner für die griechische Welt.41 Daher sieht die Benutzung skythischer Sklaven zum Polizeidienst in Athen recht exzentrisch aus. Allerdings dürfte die Attraktivität einer solchen Praxis für die Athenische Polis gerade in besonderer Fremdartigkeit der Skythen bestanden haben, die aus ihnen ein sehr bequemes Instrument zur Nötigung der eigenen Bürger machte. Ein zusätzliches Stimulus kann natürlich auch die relative Billigkeit skythischer Sklaven gewesen sein.

Wie dem auch sei, konnte der wahrscheinlich im Zuge der Erfolge Athens in den 70er Jahren des 5. Jhs. v.Chr. geschaffene Polizeidienst aus skythischen Sklaven den Zusammenbruch der Athenischen Macht am Ende desselben Jahrhunderts nicht überleben. Mit dem Verlust zusätzlicher Finanzierungsquellen war sie nicht mehr imstande, diesen ausschließlich aus der Staatskasse finanzierten, recht kostenspieligen (für die eine, wenn auch große Stadt) inneren Schutztrupp zu unterhalten; jedenfalls ist im nachfolgenden 4. Jahrhundert von skythischen Polizisten in Athen praktisch nichts zu hören. Letzte Erwähnungen dieser Ordnungshüter treffen sich bei den Autoren aus dem 4. Jh. Plato und vielleicht Xenophon, jedoch im Kontext, der mit der Tätigkeit des Sokrates, d.h. mit dem Ende des vorangehenden Jahrhunderts verbunden ist (vgl.: Plat. Prot., 319 c; Xen. Mem., III, 6, 1).42

Somit haben wir das Material ausgeschöpft, das sich unmittelbar auf unser Thema bezieht. Bevor wir aber den Punkt setzen, müssen wir noch eine Frage und entsprechend noch eine Datengruppe berühren, die von einigen Forschern in direkten Zusammenhang mit dem Thema skythische Polizisten in Athen gebracht wird. Gemeint ist eine Reihe athenischer Inschriften aus dem 5. Jh. v.Chr., die Erwähnungen von Schützen (toxovtai) im Dienst Athens enthalten. Nach Auswahl von B.N.Grakov gibt es acht solche Inschriften,43 die wir in drei thematische Gruppen aufteilen wollen.

Erstens sind es Inschriften, die verschiedene Dienstarten dieser Schützen erwähnen: in der Verordnung über Erythrai um 465 lassen sich in den leider stark verdorbenen Schlußzeilen über den Standortdienst in dieser Stadt die Worte "Tocsarche der Athener" (to;n tocsavrc[on t]o'n jAqenaivon) und "Bogenschützen zehn" (tocsovta" devka) lesen (IG, I2, N 10 = Ditt. Syll.3, I, N 41, Zeile 39 und 42); in der (ungefähr zeitgleichen) Verordnung über die Beiträge für den Unterhalt des Apollontempels wird vorgeschrieben, daß die Reiter je 2 Drachmen, Hopliten 1 Drachme und die "Schützen - sowohl Bürger wie auch Fremde - je drei Obole jährlich aus dem vertraglich vereinbarten Gehalt" entrichten (to;" tocsovta" to;" ajst[o;" kai; to;" csevno" tr]e'" ojbolo;;" to' ejni[aut]o' ajpo; to' [oJmologomevno misqo']), dabei sammeln diese Beiträge "die Demarchen unter den Demoten, die in die Bürgerliste eingetragen sind, und die Toxarchen unter den Schützen" ein (ejkprattovnton de; oiJ devmar[coi para; to'n demoto'n] (to'n) ej" to; lecsiarciko;n grammat[ei'on] grafevnton, oiJ d[e;] tocsavrcoi para; to'n tocsot[o'n]) (IG, I2, N 79); in der Verordnung über Renovierungsarbeiten auf der Akropolis um 447 wird bestimmt, daß "die Wächter (dabei) drei Bogenschützen aus der Phyle sein sollen, die die Aufgaben der Prytanen erfüllt" (fuvlaka" de; [e\]nai tre'" me;n tocsov[t]a" ejk te'" fule'" te'" [p]rutaneuovse") (IG, I2, N 44 = Ditt. Syll.3, I, N 62); schließlich läßt sich in einer Verordnung über die Vorbereitung einer Expedition nach Sizilien im Jahre 415 in einer stark verdorbenen Zeile "Bogenschützen fünfhundert" rekonstrieren (t]ocsovta" p[entakosivo"]) (IG, I2, N 99, Zeile 6).

Zweitens sind es die Listen der gefallenen Kämpfer, unter denen auch die Schützen erwähnt werden: auf einer speziellen Liste der Phyle der Erechtheis um 459 stehen am Ende der ersten Spalte "die Bogenschützen (tocsovtai) Phrynos, Tauros, Theodoros, Aleximachos" (IG, I2, N 929 = Ditt. Syll.3, I, N 43 = ML, N 33, Zeilen 67-70); im allgemeinen Verzeichnis der um 425/4 Gefallenen stehen in der zweiten Hälfte der zweiten Spalte zwischen den "Eingeschriebenen" (e[ngrafoi), unter denen die auf die Hoplitenliste aufgenommenen Metöken zu verstehen sind,44 und den Fremden (csevnoi) auch die "Bogenschützen Philippos, Naupactos, Dexios, Mnesagoras, Heraklides, Herophilos, Onesimos, Hierokles, Anaxi[...]" (IG, I2, N 949 = Ditt. Syll.3, I, N 77); schließlich enthält das Verzeichnis der in der Schlacht bei Kynossema 412/1 die "Schützen-Kampfgenossen (pavredroi) Sostratos" (und andere, deren Namen nicht erhaltengeblieben sind) (IG, I2, N 950).

In die letzte Gruppe gehört der Text des Vertrages zwischen den Athenern und den Argivern, Mantineern und Eleern, wo das Gehalt erwähnt wird, das der Staat, der um Hilfe gebeten hat, den gesandten Kämpfern zahlen soll, falls er das Heer länger als vereinbart benutzt: "es sei für den Unterhalt eines Hopliten, eines Leichtbewaffneten (yilw"/) und eines Bogenschützen je drei äginische Obole täglich, einem Reiter eine äginische Drachme ausgegeben" (IG, I2, N 86, Zeilen 24-25; vgl.: Thuc., V, 47, 6).45

Einige Forscher führen all diese Informationen auf skythische Bogenschützen zurück, die in Athen als Polizisten eingesetzt worden waren. Dabei wird zum einen darauf hingewiesen, daß (so B.N.Grakov) "die Bezeichnung "Schützen" in der Umgangssprache der Bezeichnung "Skythen" gleich war", zum anderen darauf, daß sich unter den in Aufschriften erwähnten Namen auch solche treffen, die auf Skythen (z.B. Tauros) bzw. Sklaven (Dexios - Devcsio" [dem Spitznamen "der Flinke" ähnlich], Naupaktos [nach einer Stadtbezeichnung]) weisen. Daraus geht hervor, daß "die Schützen auf den Inschriften wenigstens teilweise dieselben Söldner und Sklaven sind".46 Diese Argumentation kann jedoch nicht als sicher gelten: Schlußfolgerungen auf Grund der Namen, wie bereits an den Beispielen der Maler Skythe und Brygos gesehen, sind zu bezweifeln, und der Hinweis auf eine Gleichstellung der Termini in der Umgangssprache ist überhaupt ein Fehlschlag, da wir in unserem Fall nicht mit der Umgangssprache, sondern mit offiziellen Akten zu tun haben.

Im Gegensatz dazu kann man leicht Beweise dafür finden, daß die Bogenschützen von athenischen Inschriften nicht einmal teilweise skythische Sklaven waren. Erstens werden sie nirgendwo klar und deutlich so genannt. Zweitens werden sie in ihrem Dienst und ihrem Gehalt mit den anderen athenischen Kämpfern gleichgestellt. Drittens werden in der Verordnung über die Beiträge für den Unterhalt des Apollontempels ganz deutlich deren zwei Kategorien bezeichnet, und zwar Bürger (ajstoiv) und Fremde (csevnoi), woraus hervorgeht, daß sie, wenn auch wahrscheinlich zum Teil Söldner, wenigstens teilweise auch Bürger gewesen sein müssen. Gleichfalls sind die Bogenschützen, die auf der Liste der Gefallenen aus der Phyle der Erechtheis stehen ( jErecqeivdo" oi{de), eher als Bürger aufzufassen.47 Dasselbe bezieht sich auf die "drei Bogenschützen aus der Phyle, die die Aufgaben der Prytanen erfüllt", um die es sich in der Verordnung über Renovierungsarbeiten auf der Akropolis handelt.48 Schliesslich scheint unglaublich, daß skythische Sklaven für so eine verantwortungsvolle Sache eingesetzt werden konnten, wie der Standortdienst in einer besetzten Stadt (in Erythrai) oder die Teilnahme an einer fernen Meerexpedition (nach Sizilien).49

Wenn es also falsch ist, in athenischen Bogenschützen, die in epigraphischen Akten erwähnt werden, skythische Sklaven anzunehmen,50 dann stimmen jedoch diese Erwähnungen mit dem Zeugnis der antiken schriftlichen Überlieferung von Bogenschützen des sozusagen gewöhnlichen freien Status in der athenischen Armee ganz gut überein. Zum ersten Mal sind sie für die Zeit der Griechisch-Persischen Kriege 480 und 479 bezeugt. Plutarch berichtet, indem er die Kräfte der Athener bei der Salamis charakterisiert: "Attische Schiffe waren hundertachtzig; auf jedem Schiff waren achtzehn Mann, die vom Deck aus kämpften; daraus waren vier Schützen, die anderen waren Hopliten" (Plut. Them., 14, 2). Es waren also 2520 Hopliten und 720 Bogenschützen auf dem Schiff. Während der Operation gegen Mardonios in Böotien im nächsten Jahr hatten die Athener ebenfalls Bogenschützen in ihrer Armee: Herodot berichtet über deren tapfere Handlungen bei Erythrai und Platäa (Her., IX, 21-22; 60). Dabei geht aus dem Kontext hervor, daß es nicht irgendwelche Söldner, sondern eben athenische Kämpfer gewesen sind. Es ist natürlich anzunehmen, daß dieses Korps aus athenischen Bogenschützen kurz vor den entscheidenden Widerstößen gegen die Perser aufgestellt wurde, in den selben Jahren (482-481) also, als die gesamten Streitkräfte des Athenischen Staates - sowohl die Flotte als auch das Heer - reorganisiert und ausgebaut wurden.51

Später, schon am Höhepunkt der Auseinandersetzungen mit Sparta sollen die Athener, wie Andokides berichtet, nach dem Abschluß des 30jährigen Waffenstillstandes (446/5) die Mobiltruppen ihrer Armee reorganisiert und erweitert haben: "Wir organisierten (katesthvsamen) neue Korps aus eintausendzweihundert Reitern und derselben Zahl Bogenschützen" (And., III, 7 = Aischin., II, 174). Obwohl dieser Bericht des Redners ganz offensichtlich mit dem vorangegangenen über die Aufstellung des Trupps aus 300 Reitern und 300 skythischen Bogenschützen (III, 5) im Zusammenhang steht, spricht sowohl der Kontext des neuen Auszugs wie auch der Gebrauch eines für beide Formationen gemeinsamen Verbes "organisierten" (katesthvsamen), und nicht der zwei verschiedenen Verben "organisierten" (katesthsavmeqa) und "kauften" (ejpriavmeqa), wie es im ersten Auszug der Fall war, dafür, daß hier gerade die Organisation und die Erweiterung des Korps aus regulären Schützen anzunehmen ist.52 Etwas später nahm die Zahl dieser athenischen Bogenschützen noch zu und erreichte bereits am Anfang des Peloponnesischen Krieges (431) 1600 Mann, wovon Thukydides und Aristoteles gemeinsam zeugen (Thuc., II, 13, 8; Arist., Ath. pol., 24,3).

Derselbe Thukydides erwähnt in seiner Geschichte des Peloponnesischen Krieges mehrmals athenische Bogenschützen: diese nehmen an der Expedition gegen die Peloponnesos 431 teil (II, 23, 2 [400 Schützen]), bei Demosthenes - bei Aigitium in Ätolien 426 (III, 98), wiederum bei Demosthenes - bei Olpai in Amphilochien im selben Jahr (III, 107, 1 [60 Schützen]), bei Kleon und Demosthenes - auf der Sphakteria 425 (IV, 28, 4; 32, 2; 36, 1 [400 Schützen]), bei Nikias und Nikostratos - in der Expedition gegen Mende und Scione in Thrakien 423 (IV, 129, 2 [600 Schützen]), bei Alkibiades - auf der Peloponnesos 419 (V, 52), in der Expediton gegen Melos 416 (V, 84, 2 [300 Schützen]), in der Expedition nach Sizilien 415 (VI, 25, 2; 43, 2 [400 Schützen]), im Korps von Demosthenes, das 413 Nikias nach Sizilien zur Hilfe geschichkt wurde (VII, 42, 1). Erst am Ende des Krieges sind sie infolge der schrecklichen Menschenverluste der Athener nicht mehr zu sehen, an deren Stelle treten angeworbene fremde Schützen.53

Einige Worte noch zum Dienstaufbau bei diesen regulären athenischen Schützen. Sie sollen vorwiegend aus Theten rekrutiert worden sein, dieser Schluß resultiert ja aus der Stellung der Schützennamen am Ende der Liste der Gefallenen aus der Phyle der Erechtheis (IG, I2, N 929); vielleicht auch aus Theten und Metöken - dies ergibt sich sowohl aus der Stellung ihrer Namen auf der anderen Liste zwischen den ins Verzeichnis der Hopliten "eingeschriebenen" Metöken und Fremden (IG, I2, N 949) als auch aus dem eigenartigen - das kann man ja nicht verweigern - Charakter einiger dieser Namen.54 Unterteilt wurden sie - entsprechend ihrer Verteilung nach Phylen - in 10 Truppe mit je einem Toxarchen an der Spitze (vgl.: IG, I2, N 929 und 44; zum Toxarchen auch - Thuc., III, 98).55 Ihre Ausstattung war offenbar vom griechischen Typ, und sie trugen den Köcher nicht an der linken Hüfte, wie Skythen, sondern hinter dem Rücken.56 Ihr Gehalt betrug - wie überhaupt bei allen Leichtbewaffneten - 3 bis 4 Obole pro Tag (IG, I2, N 86 = Thuc., V, 47, 6).

Zum Schluß erinnern wir an das Hauptziel dieser Skizze: die Rolle des barbarischen, skythischen Elements im Leben der führenden griechischen Polis - Athen - aufzuzeigen. Man kann ziemlich viel Material sammeln, das mit diesem Thema zusammenhängt. Allein danach läßt sich darüber urteilen, welch eine bedeutende Spur die Anwesenheit von Skythen im Leben des alten Athen hinterlassen hat, unabhängig davon, in welcher Form - in der Phantasie oder in der Wirklichkeit - diese "Anwesenheit" sich zeigte. Es ist schwierig zu bestimmen, wie es damit in archaischer Zeit bestellt war: ob skythische Bogenschützen tatsächlich im Dienste der athenischen Tyrannen standen oder ihre exotische Ausstattung von den jüngeren Mitkämpfern der Hopliten - den Hypereten - ausgenutzt wurde oder aber dies nur ein Sujet aus der attischen Vasenmalerei war, das aus der ionischen Tradition entlehnt worden war? Eine dieser Versionen mit Sicherheit auszuwählen, ist hier gar nicht so leicht.

Mit dem Übergang zur klassischen Zeit treten wir auf den festeren Boden der literarischen und epigraphischen Schriftquellen. Wir sehen die große Verbreitung der Sklaverei in Athen und in diesem allgemeinen Zug auch den Einsatz von Sklaven aus dem weiten Skythien. Skythische Sklaven treffen sich im Besitz privater Personen, sie stehen auch im Dienst des Athenischen Staates, der die Notwendigkeit des Polizeidienstes zwar anerkannte, seine eigenen Bürger dazu aber nicht einsetzen wollte und diese wenig ehrenvolle Sache auf die speziell zu diesem Zweck erworbenen Sklaven übertrug.

Eine vortreffliche historische und psychologische Erklärung dieses Phänomens gab einst Friedrich Engels, mit dessen Worten wir dieses Essay schließen möchten: "Gegenuber den Burgern bestand die offentliche Gewalt zunachst nur als die Polizei, die so alt ist wie der Staat, weshalb die naiven Franzosen des 18. Jahrhunderts auch nicht von zivilisierten Volkern sprachen, sondern von polizierten (nations policees). Die Athener richteten also gleichzeitig mit ihrem Staat auch eine Polizei ein, eine wahre Gendarmerie von Bogenschutzen zu Fuss und zu Pferd - Landjager, wie man in Suddeutschland und der Schweiz sagt. Diese Gendarmerie aber wurde gebildet - aus Sklaven. So entwurdigend kam dieser Schergendienst dem freien Athener vor, dass er sich lieber vom bewaffneten Sklaven verhaften liess, als dass er selbst sich zu solcher Schmachtat hergab. Das war noch die alte Gentilgesinnung. Der Staat konnte ohne die Polizei nicht bestehn, aber er war noch jung und hatte noch nicht moralischen Respekt genug, um ein Handwerk achtungswert zu machen, das den alten Gentilgenossen notwendig infam erschien".57


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1 Ausführliche Beschreibung der Françoisvase siehe: Blavatskij V.D. Istorija anticnoj raspisnoj keramiki. M., 1953, S. 124-131; Minto A. Il Vaso Francois. Firenze, 1960. Abbildungen: Furtwängler A. - Reichhold K. Griechische Vasenmalerei, Bd.I, München, 1904, Taf.1-3, 11-13; Boardman J. Athenian Black Figure Vases. London, (1974) 1985, il.46 (1-8).(Zurück zum Text)
2 Boardman J. 1) Athenian Black Figure Vases. London, (1974) 1985; 2) Athenian Red Figure Vases. The Archaic Period. London, (1975) 1985.Vgl.auch: Plassart A. les archers d' Athenes // Revue des Etudes Grecques, t.XXVI, N 117, avril-juin 1913, p.151-213.(Zurück zum Text)
3 Die Annahme von skythischen Söldnern im Dienste der Peisistratiden wurde von K. Wernicke ausgesprochen (Wernicke K. Die Polizeiwache auf der Burg von Athen // Hermes, Bd.XXVI, 1891, S.67) und von G. Busolt unterstützt (Busolt G. Griechische Geschichte, 2.Aufl., Bd.II, Gotha, 1895, S.326, Anm.1; vgl. auch: Busolt G. - Swoboda H. Griechische Staatskunde, Bd.II, München, 1926, S.862, Anm.5). Die Interpretation der Szene auf der schwarzfigurigen Schale als eine Heerschau zur Zeit der Peisistratiden schlug W. Helbig vor (Helbig W. Eine Heerschau des Peisistratos oder Hippias auf einer schwarzfigurigen Schale // Sitzungsberichte der Bayerischen Akademie der Wissenschaften zu München. Philosoph.-philolog. und historische Klasse, Jg 1897, Bd.II, 1898, S.259-320). Forscher, die die Version über skythische Bogenschützen im Dienst der Peisistratiden akzeptieren: Oehler J. Skythai 2 // RE, 2.Reihe, Bd.III, Hbbd.5, 1927, Sp.692; Cornelius F. Die Tyrannis in Athen. München, 1929, S.63 f.; Schachermeyr F. Peisistratos 3 // RE, Bd.XIX, Hbbd.37, 1937, Sp.177; Hommel H. Toxotai 2 // RE, 2.Reihe, Bd.VI, Hbbd.12, 1937, Sp.1857; Vos M.F. Scythian Archers in Archaic Attic Vase-Painting. Groningen, 1963, p.61-69; Stahl M. Aristokraten und Tyrannen im archaischen Athen. Stuttgart, 1987, S.220. In der russischsprachigen Literatur: Zebelev S.A. Bosporskie Etjudy, II. Afiny, Nimfej i izmena Gelona (1935) // Zebelev S.A. Severnoe Pricernomor'e. Moskau-leningrad, 1953, S.180; Brasinskij I.B. Afiny i Severnoe Pricernomor'e v VI-II vv. do n.e. M., 1963, S.28, 30.(Zurück zum Text)
4 Auf dieser Grundlage, d.h. wegen fehlender Zeugnisse in der antiken Tradition, wurde die Hypothese von K. Wernicke bereits von S. Waszynski abgelehnt (Waszynski S. De servis Atheniensium publicis. Berlin, 1898, p.26-28).(Zurück zum Text)
5 Vgl: Berve H. Die Tyrannis bei den Griechen, Bd.I-II, München, 1967 (I, S.52, 66; II, S.547, 556).(Zurück zum Text)
6 De Libero L. Die archaische Tyrannis. Stuttgart, 1996, S.65, Anm.125.(Zurück zum Text)
7 Plassart A. Les archers d' Athenes, p.172 ss.(Zurück zum Text)
8 Ibid., p.175.(Zurück zum Text)
9 Ibid., p.174.(Zurück zum Text)
10 De Libero L., l.c.(Zurück zum Text)
11 Plassart A. Les archers d' Athenes, p.175-181.(Zurück zum Text)
12 Zur Eroberung der Stadt Sigeum von den Athenern siehe: Bengtson H. Griechische Geschichte, 4. Aufl., München, (1950) 1969, S.121-122, 138, 139; Berve H. Die Tyrannis, Bd.I, S.21, 62, 71; II, S.527, 553-554, 561; De Libero L. Die archaische Tyrannis, S.168-169, 91-93, 123, 381.(Zurück zum Text)
13 Vgl.: Berve H. Die Tyrannis, Bd.I, S.83; II, S.568-569 (mit dem Vorbehalt, daß der auf dem Schüssel dargestellte junge Reiter kaum Miltiades selbst ist).(Zurück zum Text)
14 Zur Durchsetzung der Athener auf der Thrakischen Chersonesos und zur Rolle der beiden Miltiaden in diesem Vorgang siehe: Bengtson H. GG4, S.138, 140; Berve H. Die Tyrannis, Bd.I, S.48, 68, 79-85; II, S.544, 555, 564-569; De Libero L. Die archaische Tyrannis, S.331-352.(Zurück zum Text)
15 Vgl.: Lur'e S.Ja. Istorija Grecii, 2.Aufl., St.-Petersburg, 1993, S.181-182, 204-205.(Zurück zum Text)
16 Blavatskij V.D. Istorija anticnoj raspisnoj keramiki, S.260 ff.(Zurück zum Text)
17 Vgl.: Waszynski S. De servis Atheniensium publicis, p.28-29.(Zurück zum Text)
18 Rizzo G.E. Il ceramografo Skythes // Monuments et Memoires (Fondation E.Piot), t.XX, 1913, p.101-153; Nachod H. Skythes 2 // RE, 2.Reihe, Bd.III, Hbbd.5, 1927, Sp.694-696; Boardman J. Athenian Red Figure Vases, p.59-60, ill.88-91.(Zurück zum Text)
19 Datierung nach J. Boardman.(Zurück zum Text)
20 Vgl.: Nachod H. Skythes, Sp.694; Scheibler J. Skythes // Lexikon der Antike, III. Kunst, Bd.2, (1965) 1970, S.262; Gross W.H. Skythes 3 // Der Kleine Pauly, Bd.5, (1975) 1979, Sp.243.(Zurück zum Text)
21 Grakov B.N. Materialy po istorii Skifii v greceskich nadpisjach Balkanskogo poluostrova i Maloi Azii // VDI, 1939, N 3, S.306; Brasinskij I.B. Afiny i Severnoe Pricernomor'e, S.30.(Zurück zum Text)
22 Vgl.: Blavatskij V.D. Istorija anticnoj raspisnoj keramiki, S.188 (mit der Zeichnung der Herasszene auf S.190); Boardman J. Athenian Red Figure Vases, p.135-136, il.252 (1-2).(Zurück zum Text)
23 Datierung nach Boardman.(Zurück zum Text)
24 Vgl.: Blass F. 1) Die attische Beredsamkeit, 2.Aufl., Abt.III, Leipzig, 1887, S.296-298, 326-332; 2) Argumenta orationum // Andocides. Orationes, ed.III, Leipzig, 1906, p.XXII; Dalmeyda G. Notice [ad And. or.III] // Andocide. Discours. Paris, 1930, p.81; Schmid W. - Stahlin O. Geschichte der griechischen Literatur, Tl.I, Bd.3, 1.Halfte, München, 1940, S.137.(Zurück zum Text)
25 Zu historischen Ungenauigkeiten in den Paragraphen 3-4 der Rede von Andokides "Über den Frieden mit den Lakedaimonern" vgl. die Kommentare von G.Dalmeida in seiner Ausgabe der Reden von Andokides (Andocide. Discours. Paris, 1930, p.139) sowie unsere Kommentare in ihrer neulich wiederaufgelegten Übersetzung (Andokid. Reci. St.-Petersburg, 1996, S.205). In der Datierung des durch Vermittlung Kimons 451 geschlossenen Friedens folgen wir der in der Fachliteratur überwiegenden Meinung. Siehe: Beloch K.J. 1) Griechische Geschichte, Bd.I, Strassburg, 1893, S.487; 2) GG2, Bd.II, Abt.1-2, Strassburg, 1914-1916 (1, S.175; 2, S.201 f.); Pohlmann R. Griechische Geschichte und Quellenkunde, 5.Aufl., München, 1915, S.152; Berve H. Griechische Geschichte, Bd.I, Freiburg im Breisgau, 1931, S.278; Kagan D. The Outbreak of the Peloponnesian War. Ithaca and London, (1969) 1986, p.104; Bickerman E.J. Chronology of the Ancient World. London, 1969, p. ; Strogeckij V.M. Polis i imperija. Niznij Novgorod, 1991, S.212. Es werden aber auch andere Datierungen vorgeschlagen: 453 - Bengtson H. GG4, S.212; Will Ed. Le Monde Grec et l'Orient, t.I, Paris, 1972, p.164; 458 - Raubitschek A.E. Kimons Zurückberufung // Historia, Bd.III, 1954/55, H.4, S.379-380.(Zurück zum Text)
26 Plassart A. Les archers d'Athenes, p.153-154. Zur Datierung der drei genannten Punkte vgl. auch: Bengtson H. GG4, S.162, 191, 203 (Befestigung von Piräus); 190-191, 202-203 (Errichtung der Langen Mauern); 167-168 (Bau der 100 neuen Trieren).(Zurück zum Text)
27 Vgl.: Bockh A. Die Staatshaushaltung der Athener, 3.Aufl., Bd.I, Berlin, 1886, S.263; Caillemer E. Demosioi // Dictionnaire des antiquites grecques et romaines // Ed. par Ch.Daremberg et E.Saglio, t.II, 1-ere partie, 1892, p.91; Waszynski S. De servis Atheniensium publicis, p.26; Kutorga M.S. Obscestvennoe polozenie rabov i vol'nootpuscennych v Afinskoj respublike // Kutorga M.S. Sobranie socinenij, Bd.I, St.-Petersburg, 1894, S.319; Dovatur A.I. Rabstvo v Attike v VI-V vv. do n.e., Leningrad, 1980, S.48.(Zurück zum Text)
28 Plassart A. Les archers d'Athenes, p.154-155, 186-187; Jacob O. Les esclaves publics a Athenes. Liege - Paris, 1928, p.53.(Zurück zum Text)
29 S. auch: Plassart A. Les archers d'Athenes, p.187. Vgl.: Wallon H. Histoire de l'esclavage dans l'antiquite, 2-eme ed., t.I, Paris, 1879, p.; Kutorga M. Obscestvennoe polozenie rabov i vol'nootpuscennych, S.313 ff.; Dovatur A.I. Rabstvo v Attike, S.48, 82; Bockh A. Die Staatshaushaltung der Athener, Bd.I3, S.263; Jacob O. Les esclaves publics a Athenes, p.64 ss.; Westermann W.L. The Slave Systems of Greek and Roman Antiquity. Philadelphia, 1955, p.10.(Zurück zum Text)
30 Vgl.: Waszynski S. De servis Atheniensium publicis, p.31; Plassart A. Les archers d'Athenes, p.188. Beide Wissenschaftler knüpfen im Anschluß an M.Duncker (Duncker M. Des Perikles Fahrt in den Pontos // Duncker M. Abhandlungen aus der griechischen Geschichte. Leipzig, 1887, S.158 f.) mit großer Wahrscheinlichkeit die Zunahme des Korps skythischer Polizisten an die Zeit der Pontischen Expedition des Perikles, als große Mengen Sklaven durch Vermittlung eingeborener Fürsten bzw. örtlicher Städte erworben werden konnten. Duncker datierte die Pontische Expedition des Perikles auf 444 (Duncker M. Op. cit., S.153), seine Meinung teilte auch Waszynski. Was Plassart betrifft, so führt er zwar die Meinungen anderer an, sagt aber selbst nichts Bestimmtes dazu aus. Es sei jedoch hingewiesen, daß laut der autoritativsten Meinung die Expedition des Perikles in den Pontos auf die frühen 30er Jahre des 5. Jhs. datiert werden sollte. Siehe: Beloch K.J. 1) Griechische Geschichte, Bd.I, S.504, Anm.1; 2) GG2, Bd.II, Abt.1, S.199; 2, S.216; Busolt G. GG2, Bd.III, Tl.1, 1897, S.585, Anm.2; Meyer Ed. Geschichte des Altertums, Bd.IV, Stuttgart - Berlin, 1901, S.77-79; Brasinskij I.B. 1) Pontijskaja ekspedicija Perikla // VDI, 1958, N 3, S.110-121; 2) Afiny i Severnoe Pricernomor'e, S.56 ff.; Strogeckij V.M Polis i imperija, S.164-166.(Zurück zum Text)
31 Die gewöhnliche Deutung der Worte alter Grammatiker w[/koun skhnopoihsavmenoi - "lebten in Zelten". Von M.S. Kutorga wurde eine originelle Meinung aufgeworfen, nach der eine ständige Unterbringung skythischer Polizisten "mitten auf dem Markt", dazu noch in "schwankenden Zelten" kaum zu glauben ist, daher sollte man das Verb oijkei'n im Sinne "wachen", "Wache halten" verstehen und die gesamte Phrase so deuten, daß sich an der Agora und später am Areopag gerade das "Hauptwachgebäude" befand, nicht aber die Wohnung der Polizisten (Kutorga M.S. Obscestvennoe polozenie rabov i vol'nootpuscennych, S.316-317).(Zurück zum Text)
32 Bockh A. Die Staatshaushaltung der Athener, Bd.I3, S.264.(Zurück zum Text)
33 Das ist die höchstmögliche Summe. Zum Vergleich sei erinnert, daß die Aufwendungen für die Ausrüstung eines athenischen Hopliten Ende des 6. Jhs. v.Chr. 30 Drachmen betrugen (Ditt. Sull.3, I, N 13 = ML, N 14, Z.8-10).(Zurück zum Text)
34 Bockh A., l.c.(Zurück zum Text)
35 Zu diesen Berechnungen vgl. auch: Plassart A. Les archers d'Athenes, p.189.(Zurück zum Text)
36 Die Version über eine Schnur, die mit roter Farbe beschmiert ist, kann man beispielsweise bei G.Glotz treffen (Glotz G. Ekklesia // Dictionnaire des antiquites grecques et romaines, t.II, 1-ere partie, p. 520 mit Hinweis auf G.Schömann).(Zurück zum Text)
37 Die Hauptbedeutung des Wortes subhvnh war laut alten Grammatikern (siehe: Schol. Aristoph., l.c.; vgl.: Pollux, VII, 153) aujloqhvkh - "Flötenetui", die Nebenbedeutung - toxoqhvkh, faretrewvn - "Schießbogenhülle", "Köcher". Das Wort ist selten und erregt Zweifel, deshalb berichtigen einige Herausgeber von Aristophanes das handschriftliche su(m)bhvnh auf das übrigens ebenso seltene sibuvnh (A.Meineke) oder subivnh (Th.Bergk), d.h. "Jagdspeer", "Jagdspieß". Die Berichtigung ist nicht obligatorisch, darum hat A.I.Piotrovskij recht, wenn er sich bei seiner Übersetzung an die handschriftliche Version hält (siehe: Aristofan. Komedii, Bd.II, M. - L., 1934, S.295, 297).(Zurück zum Text)
38 Hierin differieren wir von A.Plassart (siehe: Plassart A. Les archers d'Athenes, p.194-195).(Zurück zum Text)
39 Vgl. auch: Dovatur A.I. Rabstvo v Attike, S.83.(Zurück zum Text)
40 Publikationen der Attischen Stelen: Teile der 1. Stele mit einer Liste der Sklaven - Grakov B.N. Materialy po istorii Skifii v greceskich nadpisjach Balkanskogo poluostrova i Maloj Azii // VDI, 1939, N 3, N 70, S.290-291; alle vollständig - Pritchett W.K. - Amyx D.F. The Attic Stelai, Parts I-III // Hesperia, Vol.XXII, 1953, N 4, p.225-299 (pt.I); Vol.XXV, 1956, N 3, p.178-328 (pt.II); Vol.XXVII, 1958, N 3, p.163-254; N 4, p.255-310 (pt.III); Ergänzung - Pritchett W.K. Five New Fragments of the Attic Stelai // Hesperia, Vol.XXX, 1961, N 1, p.23-29. Die russische Übersetzung s. in der unseren Ausgabe des Andokides (Andokid. Reci. St.-Petersburg, 1996, S.156-190, 192-195). Eine spezielle Studie über Sklaven in den Attischen Stelen: Kljacko N.B. Stely germokopidov kak istocnik svedenij o rabach v V v. do n.e. // VDI, 1966, N 3, S.114-127.(Zurück zum Text)
41 Von der breiten Anwendung karischer Söldner in der Hellas zeugt im allgemeinen Strabon (XIV, 2, 28, p.662), was den Einsatz thrakischer Söldner zur Zeit des Peloponnesischen Krieges betrifft, sind die Zeugnisse Thukydides' von Bedeutung (IV, 129, 2; V, 6, 2. 4; VII, 27, 1-2; 29-30). Über die Traker vgl. auch: Best J.G.P. Thracian Peltasts and Their Influence on Greek Warfare. Groningen, 1969.(Zurück zum Text)
42 Vgl.: Waszynski S. De servis Atheniensium publicis, p.37; Plassart A. Les archers d'Athenes, p.193; Hommel H. Toxotai 2, Sp.1858.(Zurück zum Text)
43 Grakov B.N. MIS, N 71-78, S.291-294.(Zurück zum Text)
44 "Inquilini hoplitarum catalogo inscripti" (Dittenberger W. Sylloge Inscriptionum Graecarum, ed.III, vol.I, Leipzig, 1915, N 77, p.97, n.1, mit Hinweis auf A.Bockh).(Zurück zum Text)
45 Es wird mit äginischen Drachmen gerechnet, die auf der Peloponnesos größere Verbreitung fanden. Dabei muß man beachten, das die äginische Drachme, die schwerer als die attische war (entsprehend 6,07 g und 4,36 g Silber), wurde ungefähr den 8 attischen Obolen angeglichen. Siehe das Kommentar von S.A.Zebelev in: Fukidid. Istorija, Bd.II, M., 1915, S.293 (zu V, 47, 6); vgl. auch: Zograf A.N. Anticnye monety (MIA, N 16). M.-L., 1951, S.42-44.(Zurück zum Text)
46 Grakov B.N. MIS, S.291.(Zurück zum Text)
47 Vgl.: Meiggs R. and Lewis D. A Selection of Greek Historical Inscriptions. Oxford, 1969, N 33, p.76.(Zurück zum Text)
48 Vgl.: Wilamowitz-Mollendorff U. Aristoteles und Athen, Bd.II, Berlin, 1893, S.202, Anm.5; Dittenberger W. Sylloge, vol.I3, N 62, p.76, n.5; Reinach A.J. Sagittarii 1 // Dictionnaire des antiquites grecques et romaines, t.IV, 2-eme partie, p.1002-1003; Hommel H. Toxotai 2, Sp.1857.(Zurück zum Text)
49 Vgl.: Kutorga M.S. Obscestvennoe polozenie rabov i vol'nootpuscennych, S.326; Busolt G. - Swoboda H. Griechische Staatskunde, Bd.II, S.979, Anm.4; Hommel H. Toxotai 2, Sp.1858.(Zurück zum Text)
50 Waszynski S. De servis Atheniensium publicis, p.30, n.23; Plassart A. Les archers d'Athenes, p.194-195, 196-197, 198, 199, 200-201; Oehler J. Skythai 2, Sp.692.(Zurück zum Text)
51 Waszynski S., l.c.; Reinach A.J. Sagittarii 1, p.1002; Plassart A. Les archers d'Athenes, p.195-196; Lammert F. Toxotai 1 // RE, 2.Reihe, Bd.VI, Hbbd.12, 1937, Sp.1854.(Zurück zum Text)
52 Waszynski S. De servis Atheniensium publicis, p.29-31; Plassart A. Les archers d'Athenes, p.197. Nach einer anderen Deutung beziehen sich die Worte "derselben Zahl Bogenschützen" (toxovta" tosouvtou" eJtevrou") auf die bei Andokides früher (im Paragraph 5) erwähnten Skythen und können entweder ihre neue Formation mit derselben Stärke wie die Reiter, d.h. 1200 Mann (Bockh A. Die Staatshaushaltung der Athener, Bd.I3, S.263 f.; Caillemer E. Demosioi, p.91), oder aber deren Verdoppelung, d.h. Erhöhung ihrer Zahl von 300 auf 600 Mann bedeuten (Hommel H. Toxotai 2, Sp.1856).(Zurück zum Text)
53 Plassart A. Les archers d'Athenes, p.199.(Zurück zum Text)
54 Zur wahrscheinlichen Rekrutierung dieser Bogenschützen aus Theten und Metöken vgl.: Plassart A. Les archers d'Athenes, p.200-201.(Zurück zum Text)
55 Ibid., p.200.(Zurück zum Text)
56 Ibid., p.201-202.(Zurück zum Text)
57 Engels F. Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staats. Berlin: Dietz Verlag, (1946) 1964, S.132 f.(Zurück zum Text)

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